Die Platte war grau, die Zarge locker, die Beine fleckig. Nach Reinigung mit Holzseife, vorsichtigem Schliff und frischem Hartöl leuchtete das Holz wieder warm. Neu verleimte Verbindungen trugen die erste Familienfeier mühelos. Die eingesparte Neuanschaffung finanzierte gute Stühle. Vor allem aber blieb der vertraute Ort erhalten, an dem Generationen lachten, stritten und schließlich glücklich anstießen.
Für kleines Geld gefunden, mit wackeligen Streben und vergilbtem Lack. Dübel erneuert, Zapfen gesäubert, Milchfarbe hauchdünn aufgetragen, die Sitzfläche neu geschnürt. Nachbarn blieben stehen, wollten wissen, wo der Stuhl gekauft wurde. Ergebnis: einzigartig, stabil, freundlich zur Umwelt. Die Reparatur dauerte ein Wochenende und machte Mut, künftig mutigere Projekte anzupacken.
Abplatzendes Furnier, wackelige Schubladen, grüne Griffe. Kanten geflickt, Schienen gerichtet, Griffe in gebürstetem Messing ersetzt. Ein warmes Walnussöl brachte Tiefe zurück, matte Versiegelung schützte dezent. Der Charakter blieb retro, die Nutzung plötzlich wieder selbstverständlich. Besuch staunte, fragte nach Quellen und Tipps. So entstand ein Lieblingsmöbel, das ausgestellt statt versteckt werden wollte.